Kieler gewinnt Folkebootmeisterschaft

Die Internationale Deutsche Meisterschaft der Folkeboote in Lindau ist vorbei. Sieger wurde Ulf Kipcke vom Kieler Yacht-Club mit seiner Crew Dieter Kipcke und Gero Martens auf der GER 739 „YLVA“. Den zweiten Platz belegte Andreas Blank vom Segler-Club Gothia, Dritter wurde Udo Pflüger vom Verein Seglerhaus am Wannsee. Auf Platz sieben liegt die Damencrew mit Sabine Knegendorf vom Segelclub Oberspree und Erika Beyerle und Christina Blake vom Konstanzer Yacht-Club. Vom gastgebenden LSC kam Claudius Schlumberger mit Andreas Kummer auf Rang 14.

„Ich bin dankbar, dass 46 Folkeboote im Jubiläumsjahr ihren 75. Geburtstag bei uns im Lindauer Segler-Club gefeiert haben,“ sagte der 1. Vorsitzende des LSC, Karl-Christian Bay zum Abschied. „Es war eine tolle Truppe hier bei uns. Und die Folkeboot-Segler sind mindestens so kantig wie ihre Schiffe.“

Start der 46 Folkeboote. Foto Widmer

„Es war eine sehr schöne Meisterschaft,“ meinte der Sieger Ulf Kipcke bei der Abschlußveranstaltung. „Die Segelei am Bodensee ist anspruchsvoll, es hat immer unterschiedlichen Druck, es braucht schon das richtige Händchen, um voranzukommen.“

Wettfahrtleiter Stefan Latzel, Sandra Haupt, Dieter und Ulf Kipcke, Gero Martens, Susanne Käser und Karl-Christian Bay. Foto Frank

Insgesamt gab es sechs Wettfahrten, fast immer bei wenig Wind. „Ich fand die Organisation großartig,“ sagte Elly Kaspar, Obfrau der Folkeboot-Flotte Bodensee. „In jeder Hinsicht. Die Leute, die Stimmung. Nur dass der morgendliche Südwind, der Rheintäler nicht durchgekommen ist, war schade. Aber dafür kann keiner was.“

Die ersten beiden Tage waren brütend heiß, danach hatte es einen Tag lang keinen Wind, es folgten zwei Tage mit rekordverdächtigem Niederschlag. Fast 90 Liter pro Quadratmeter Regen wurden innerhalb von 24 Stunden gemessen. „Sowohl bei Sonne, als auch bei Regen, wir hatten viele Dreher auf der Bahn,“ fasste Wettfahrtleiter Stefan Latzel die Woche zusammen. „Aber so sind die Bedingungen auf dem Bodensee eben oft.“

Am letzten Tag gab es noch eine Windhose am Schweizer Ufer. Foto Kühnbach

Die Siegerehrung fand nach Jahren wieder einmal auf dem LSC-Dachboden statt, für den LSC-Vorsitzenden war das keine Selbstverständlichkeit: „Dank an alle Helfer, die eine Woche lang Urlaub genommen haben. Und dank auch an die Mannschaft der Bodensee Yachtschule, die uns großzügig Zugang zu ihren Räumlichkeiten gegeben hat. Ohne sie hätten die wunderschönen Dachbodenfeste nicht stattfinden können.“

Die Siegerehrung auf dem Dachboden. Foto Frank

Die Ergebnisse

Tag 4 der IDM: Viel Geschaukel, aber nur eine Wettfahrt

Der vierte Tag der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote brachte viel Regen und Kälte nach den vergangenen heißen Tagen. Mit dem Regen kamen anfangs 30 Knoten Wind, der aber schnell wieder auf zehn Knoten abflaute. Übrig blieb eine alte Welle, die die Schiffe und die Besatzungen ziemlich durchschaukelte.

Den ersten Lauf musste Wettfahrtleiter Stefan Latzel abschießen. „Mit den Regenwolken kamen Winddreher, das ging einfach nicht mehr.“ Danach folgten fünf Startversuche. „Sonst sind die Folkeboote so zivilisiert gefahren, plötzlich wurden die richtig nervös.“ Erst die Flagge U konnte sie bremsen. Flagge U bedeutet: Frühstarter sind disqualifiziert, sie können sich nicht mehr entlasten. Eine Wettfahrt (die Gesamtfünfte) konnte gewertet werden. Nach den vielen Startübungen zuvor war die Zeit aber schon weit fortgeschritten, es reichte nicht mehr für eine weitere Wettfahrt. Auch waren die Mannschaften ziemlich fertig von den vielen Stunden auf dem Wasser, genauso wie die Bojenleger.

Viel Geschaukel nach dem Sturm Foto Kühnbach

Es führt weiter Ulf Kipcke vom Kieler Yacht-Club mit der GER 739 „YLVA“.

Die Ergebnisliste

 

Tag 3 der IDM: Keine gültige Wettfahrt heute

Die 46 Folkeboote wurden heute aufs Wasser geschickt. Es kam Wind – aber der ging auch wieder.

17 IDM Folkeboote Lay Day

Tag 2 der IDM: IDM der Folkeboote ist eine gültige Meisterschaft

Am zweiten Tag der IDM der Folkeboote konnten zwei weitere Wettfahrten gesegelt werden. „Damit haben wir vier Läufe und eine gültige Meisterschaftsserie. Jetzt können wir entspannter segeln,“ meinte Wettfahrtleiter Stefan Latzel vom Lindauer Segler-Club über die IDM.

Damit auch sicher gesegelt werden konnte, wollte der Wettfahrtleiter reviertypisch den Südwind nutzen, der bei Schönwetter frühmorgens aus dem Rheintal bläst.

Folkeboote frühmorgens. Foto Kühnbach

„Eigentlich hätte ich die Segler am liebsten um sechs Uhr morgens auf die Bahn geschickt, aber es wurde dann doch kurz nach acht.“ Nach dem ersten Lauf bei sechs bis acht Knoten Wind ging es zurück zum zweiten Frühstück, danach erneut auf die Bahn, hier hatte sich ein leichter Schönwetterwest durchgesetzt.

Folkeboot am Gate. Foto Kühnbach

Führender ist nach wie vor Ulf Kipcke GER 739 „YLVA“ vom Kieler Yacht-Club mit sieben Punkten nach vier Läufen. „Das ist ein interessantes Binnenrevier,“ meinte der Führende von der Ostsee. „Man kann sich bei dem wenigen Wind leicht nach vorne segeln. Es geht aber genauso schnell wieder nach hinten.“

Und zum Abschluss des Tages kamen die Teilnehmer zum bayrischen Folkebootabend im Dachboden des LSC zusammen, ursprünglich war hier die alte Werft der Weißen Flotte untergebracht.

Das Fest im Dachboden des LSC. Foto Bay

Tag 1 der IDM: Folkeboot fährt auch bei wenig Wind

Anfangs hat es am ersten Tag der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Folkeboote in Lindau noch nach Flaute ausgesehen. „Aber dann haben wir ein Geschenk bekommen,“ sagte Wettfahrtleiter Stefan Latzel vom Lindauer Segler-Club. „Es gab Wind aus West und der war sogar segelbar.“ Segelbar heißt: fünf bis sechs Knoten. Alle 46 gemeldeten Schiffe waren am Start und glitten übers glatte Wasser. Die ersten zwei der ausgeschriebenen zehn Wettfahrten sind in der Wertung.

Am besten beherrschte das bodenseetypische Schwachwindsegeln der Kieler Ulf Kipcke (KYC) auf der GER 739 „YLVA“, er führt nach den ersten beiden Läufen.

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