Wind Nord-ost, Startbahn null drei …

… hieß es für die Teilnehmer von der Jüngstengruppe des LSC am Samstagmorgen, 7. Mai, beim Besuch der Flugsportgruppe Wangen-Kißlegg auf dem Flugplatz Wallmusried bei Kißlegg. Nur anstatt der Pfützen mit Benzin und dem Brummen der Motoren gab es Segelfliegen vom Feinsten über grünen Wiesen, Wäldern und dem Panorama vom Säntis bis zu den Allgäuer Bergen, bei strahlendem Sonnenschein und hier und da ein wenig Thermik.

Vom Segeln auf dem Wasser zum Segeln in der Luft – für unsere Kinder Jonathan, Lara, Maria, Romy, Nemo, Jonas, Simon, Luis und Moritz die einfachste Sache der Welt – auf dem Co-Pilotensitz in der zweiten Reihe. Auch wenn man zur „Horizonterweiterung“ beim ein oder anderen Seglerkind noch ein Sitzkissen zwischen Fallschirm und Sitz klemmen musste.

Der Paul von der FSG gab uns „Bodenratten“ eine Einweisung zum Thema Fliegen im Allgemeinen und zum Thema Thermik im Speziellen. Dabei strahlte er so viel Ruhe, Zuversicht und Sicherheit aus, dass uns das letzte Quäntchen Bedenken im Nu verflog. Ein eingespieltes Team von sechs Leuten sorgte dafür, dass einer nach dem anderen den Boden unter den Füßen verlor und vor Begeisterung und Lachen gar nicht mehr nach unten wollte.

Am Freitagnachmittag  waren bereits die Jungs Jonas, Simon, Luis und Moritz mit Thomas Schäffler und Markus Mayer als Betreuer angereist. Nach dem Einrichten des Nachtquartiers und Versorgen des Grillguts ging es unter der Leitung von Patrick Hirschauer ( Arbeitskollege von Markus ) zu Fuß zur 1000 Meter entfernten Hochstartwinde.

300 PS 10 Zylinder von Mercedes auf einem Feuerwehrautoschassis. Also doch Motorenpower, aber so weit weg, dass man es nicht hört. Mit dieser Winde wird man mit Sportwagenbeschleunigung auf Fluggeschwindigkeit gebracht, so dass der Segelflieger bereits nach wenigen Metern Hoppeln über die Stoppelwiese abhebt. Auf ca. 350 bis 500 Metern Höhe wird das Zugseil automatisch ausgeklinkt und segelt an einem kleinen Fallschirm zu Boden. Der Pilot  macht sich sofort auf die Suche nach Thermik, um die Landung so lange wie möglich hinauszuschieben.

Das Ganze geht natürlich nicht ohne Startprozedere: Check des Fluggeräts, Flugleitung meldet an Winde Art und Besatzung des Fluggeräts, das Seil wird mit dem entsprechenden Sollbruchteil eingehängt und gestrafft, eine  Person hält an einer Fläche das Flugzeug waagrecht,  kurzer Austausch zwischen Flugleitung und Pilot, und die Winde zieht den Flieger in den blauen Äther.

Das Fluggelände ist übrigens ein historischer Ort. Dort musste nämlich Graf Zeppelin mit seiner LZ 4 notlanden. Nähere Infos darüber unter http://www.kisslegg.de/index.php?id=265

Dort haben wir natürlich auch vorbeigeschaut, von einem kreisenden Milan aus nächster Nähe beäugt. Weiter ging es durchs Arrisrieder Moos auf Indianerart durch eine  phantastische Moorlandschaft, die die Kinder dann schnell hungrig gemacht hat.

Der Abend nahm dann mit Grillen seinen Lauf.

Am Samstag stießen nach dem Frühstück noch die Familien Gerstner und Fried mit Freunden und Nemo dazu.

Vielen Dank und die herzlichsten Grüße an das Team von der FSG, die unseren Kindern mit Ihrer Flugkunst ein so schönes Lachen in die Gesichter gemalt haben – und ein paar von den Erwachsenen eben auch.

Wir haben die Luft-Segler folglich zu uns Wasser-Seglern nach Lindau eingeladen, da wir mehr gemeinsam haben als vielleicht vermutet – natürlich in der Hoffnung, dass wir den Besuch nächstes Jahr wiederholen können und uns die FSG wieder da haben will. Die Zeichen stehen gut!

Für alle die nicht warten möchten und in die Luft gehen wollen, einfach folgende Adressen anmailen: thomas.jendrossek@web.de oder vera.13ter@gmx.de

Es lohnt sich!

 

Bericht und Bild: Markus Mayer, Jüngstenwart

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