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Jugendsegelreise 2012

Siebenundzwanzig Anmeldungen zur Jugendsegelreise, vier Boote waren organisiert, der Einkauf besprochen, alle Jugendmitglieder hatten schon Ihre Packlisten und dann wird der Jugendleiter krank. Also alles wieder abblasen, alle Jugendlichen benachrichtigen, den Einkauf stoppen

und die Boote wieder austragen, dank des großen Einsatzes unserer Jugendsprecherin Resi Bach klappte das alles problemlos. Vier Wochen später sollte der Ersatztermin stattfinden, von Donnerstag bis zum Sonntag. Die Anmeldeliste füllte sich schnell und erreichte 21 Teilnehmer. Nach vielen Telefonaten und durch großzügige Hilfe von Clubmitgliedern bekamen wir unsere kleine Flotte zusammen. Alexander Gerstner stellte sein Boot als Startschiff für den Peri-Cup zur Verfügung und Markus Gielen gab uns dafür die Allwind zur Segelreise. Die Passat wurde uns freundlicherweise von Familie Ober und Donnerbauer überlassen. Zusammen mit der Bayern hatten wir damit genug Segel- und Schlafplätze für alle Jugendlichen.

Donnerstag 12.30 Uhr trafen sich dann alle im LSC, verteilten die Lebensmittel gleichmäßig auf die drei Boote, verluden das Gepäck, Geschirr, die Schlafsäcke und Isomatten. Um 15.00 Uhr wurde dann Auslaufbereitschaft gemeldet und die Flotte legte ab. Die Schiffsführer waren Pia Duwe, die die Passat befehligte und Marc Wind, der das Sagen auf der Allwind hatte.
Mit einer leichten Brise segelten wir gemeinsam durch die Bregenzer Bucht, machten einen Hafenschlag vor Bregenz und liefen gegen 17.00 Uhr im Hafen von Hard ein.
Dann wurden die Boote klariert und die Kojen gebaut. Das heißt, es muss alles aus der Bayern raus, dann wird das Gepäck unter der Persenning und auf dem Skylight verstaut und die Liegewiese mit Kojenbrettern und Matratzen gebaut bevor letztlich die Schlafsäcke wieder Einzug halten können.

Der großzügige Zuschuss aus Christa Diederichs Spendenkasse ermöglichte uns ein leckeres Abendessen beim Chinesen, der -wenn es die Jugendkasse hergibt- auch schon Tradition hat. Zweigeteilt ging der Abend zu ende: während die Jüngeren noch den Hafen erkundeten saß der Rest gemütlich im Schein der Petroleumlampe auf der Bayern und nippte an Fruchtsäften.
Null Siebenhundert, also um 7.00 Uhr wurde am Freitag früh geweckt, ohne murren wurden die Boote klariert und mit frischen Brötchen gefrühstückt. Zwei Stunden später schob sich die LSC Flotte bereits aus dem Harder Hafen und drehte den Bug nach Westen. Ziel Konstanz und KYC bzw. der SSCK. Wir kreuzten gegen den langsam aufkommenden Westwind. Auf der Höhe Fischbach endete auch das bisschen Wind, das man seemännisch als „leiser Zug” bezeichnet, völlig. Einem längeren Badestopp folgte ein kurzer Schlepp durch die Allwind bis sich ein Ostwind, also wieder ein „leiser Zug” durchsetzte.
Mit den badischen Flaggen unter Steuerbordsaling, alle in weiß gekleidet, segelten wir in den Konstanzer Trichter. Die Bayern mit der klassischen Besegelung unter Klüver und Stagfock fuhr einen Hafenschlag, bevor die LSC Schiffe am Weststeg festmachten. Die Bayern bekam den Präsidentenplatz von Ewald Weisschedel und seiner „Petrus”, die Passat und die Allwind lagen Backbord und Steuerbord daneben.
Dem Klarieren und Einkaufen folgte das gemeinsame Grillen auf der Terrasse des KYC. Manuel Frick bediente den Grill und versorgte alle mit perfekt bereitetem Grillgut. Nachdem alle gesättigt und gestärkt waren trat wieder der heiß geliebte und stets diskutierte Spüldienst seinen Dienst an. Dann lockte für die einen noch die Stadt und ein Eis als Nachtisch, für die anderen war der Hafen und die gemütlichen Schiffe gut genug.
Am Samstag war „Ausschlafen” angesagt, es wurde erst um 08.00 Uhr geweckt, da nur ein kurzer Schlag nach Immenstaad auf dem Programm stand. Um halb Elf, gegen einen leichten Süd, kreuzten wir aus dem Konstanzer Hafen und segelten ganz gemächlich gen Osten. Die windlosen Momente wurden zu ausgiebigen Badestopps genutzt und die anderen Boote wurden geentert.

Aufgelaufen! Nein natürlich nicht wirklich. Bei einhundert Meter Wasssertiefe wurde auf der Bayern geübt, wir man ein aufgelaufenes Boot wieder frei bekommt. Also Baum nach Lee und „alle Mann auf den Großbaum”, die Bayern neigte sich zur Seite und die äußersten „Gewichte” bekamen nasse Füsse. „Braucht Ihr Hilfe?”, der Ruf galt uns und kam von einer sich nähernden Segelyacht, die durch die starke Seitenlage der Bayern aufmerksam geworden sind. Wir bedankten uns höflich und verwiesen auf den Grund der Schräglage.

Wieder traditionell in weiß gewandet liefen wir in Immenstaad ein und legten uns im Päckchen unter die Weide. Nach einem frischen Himberkuchen von Walter Jordan, dem soeben verheirateten Immenstaader Hafenmeister, wurde an Bord gekocht. Die Nudeln auf der Bayern und die Soße auf der Allwind. Viermal hintereinander wurden Nudeln gegart bis alle satt waren.

Am Sonntag nach wiederum frühem Aufstehen, kreuzten wir aus dem engen Hafen und trieben mehr als das wir segelten wieder zurück nach Lindau. Schon auf der Fahrt wurden die Decks gebürstet und geschrubbt, der Rumpf mit dem Schwamm wieder auf Hochglanz gebracht und alle Leinen auf der Bayern noch mit Taklingen versehen.

Um fünf Uhr endete leider auch diese Segelreise wieder viel zu früh im Hafen des LSC. Alle Boote waren geputzt und aufgeräumt, die Decks glänzten und das Tauwerk war seemännisch aufgeschossen und verstaut, die Persenninge lagen über den Schiffen und das obligatorische Abschlussfoto wurde gemacht.

Nochmals vielen Dank an alle Helfer und Unterstützer und an die Yachtclubs in Konstanz und Immenstaad, die uns aufgenommen haben und „last but not least” natürlich an den LSC.

Robby Nitsche
Leiter Jugendabteilung

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