Strahlende Gesichter vor dem Start

349 Schiffe wurden zur 61. RUND UM gemeldet. „Wir erwarten einen Wettermix aus schwachem Wind mit stürmischen Gewitterböen”, sagt Andreas Ober, 1. Vorsitzender des Lindauer Segler-Clubs zu den Wetteraussichten. „Und damit haben wir einen großen Kreis an Favoriten”.

 

Bei den Mehrrumpfbooten gehört sicherlich Ralph Schatz mit seiner nagelneuen „Black Jack” zu den Schnellsten. „Das Boot wurde erst diese Woche eingewassert, von daher muss man sehen, was die ersten Testfahrten gebracht haben, wie weit die Crew die SL 33 im Griff hat”, meint Wettfahrtleiter Hubert Henzler. „Wir haben viel trainiert, ich bin für die RUND UM zuversichtlich”, erklärt der neue Eigner Ralph Schatz.

„Der zweite große Favorit wird Fritz Trippolt mit seiner Ventilo sein”, sagt Andreas Ober. „Er hat viel trainiert und kennt vor allem den See wie seine Westentasche. Sollte allerdings die angekündigte Kaltfront in der Nacht sehr heftig ausfallen, dann können die Liberas an den leichten Katamaranen davonziehen”.

Vier der Auslegerboote mit 12 Mann im Trapez sind am Start. Die „PaulLeibinger”, die frühere „raffica” des Ungarn Zsolt Kiraly (Gewinner 2009). Des weiteren Gerd Müller mit der „Telebox Due”(Gewinner 1996), Sammy Smits vom Yachtclub Arbon mit der Carondimonio (das Schiff siegte 1997) und Markus Ficht mit der Italia, der wieder zurückgebauten BTV von Fritz Trippolt.

 

„Bei all den Favoriten dürfen wir aber nicht vergessen, dass die RUND UM durch die vielen anderen engagierten Seglern geprägt wird, die aus Freude am Segeln und der Fahrt durch die Nacht gemeldet haben,” sagt Andreas Ober. „Ohne sie wäre die RUND UM nur eine weitere von vielen Regatten. Der Massenstart mit über 300 Schiffen vor Lindau macht sie aber einzigartig am Bodensee.”

 

In der Startgruppe 1 sind in diesem Jahr 14 Boote gemeldet. „Das liegt am niedrigen Wasserstand, vor allem in den schnellen Klassen sind heute ein Tiefgang von über drei Metern nicht ungewöhnlich,” rechnet Hubert Henzler vor. „Und bei einem Pegel von aktuell 3.30 Meter haben die tiefgehenden Yachten ein Problem, in Häfen einzulaufen”. Ein anderes, ernstes Problem hatte der Katamaran „Astom AG” von Tobias Gwinner (YCHo). Er kenterte gestern bei der Überführung nach Lindau vor Nonnenhorn in einer Gewitterböe. „Die Kollegen auf dem Polizeiboot haben 110 Stundenkilometer Wind gemessen. Der Schaden beträgt etwa 8.000 Euro”, sagt der Chef der Lindauer Wasserschutzpolizei, Klaus Achtelstetter. „Aber zum Glück sind alle Segler unverletzt geblieben”.

 

 

Stephan Frank

 

PS: Die Zahlenwimpel am Achterstag müssen nicht zwingend gefahren werden

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