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Strömung, Wind und kalte Füsse

Unter dem Motto „Strömung, Wind und kalte Füsse“ hatten Robby Nitsche (Jugendleiter beim Lindauer Segler-Club) und Marie-Therese (Resi) Bach ihren  Vortrag über die erfolgreiche Teilnahme der LSC-Mannschaft an der Weltmeisterschaft der 8 mR-Yachten im englischen Cowes gestellt.

Was den mehr als 70 Zuhörern im Lindauer Segler-Club geboten wurde, war auch für Nicht- oder Nur-Bodenseesegler eine spannende Sache. „Wir sind stolz darauf, dass wir am See die Möglichkeit haben mit einem 100 Jahre alten gaffelgetakelten Achter, wie der Bayern II segeln zu können und für die Weltmeisterschaft die Sposa nutzen durften“, freut sich die 19-jährige Nonnenhornerin Resi Bach. Neben Robby Nitsche als Skipper und Markus Rösch als Taktiker gehörten von der LSC-Jugend noch Lasse Koch, Lukas Neun, Florian Bodenmiller, Richard Gervé und Marie-Therese Bach zum erfolgreichen Team der Sposa. Die 8mR Yacht von Eigner  Richard Gervé, ebenfalls 100 Jahre alt, wurde vom LSC-Team in Cowes gesegelt. „Doch bis es soweit war, erklärte Robby Nitsche gemeinsam mit Resi Bach, mussten alle viel trainieren auf dem Bodensee.
Zu abwechslungsreichen Bildern, konnten die zahlreichen Zuschauer sehen, dass das Segeln mit einer alten 8mR-Yacht wie dem Clubschiff des LSC, der Bayern auch auf dem See eine aufwändige und anstrengende Angelegenheit ist. „Wir sind teilweise um sechs Uhr auf dem See raus, da hat es auch im Sommer meistens Wind“ erinnert sich die Schülerin Resi Bach an die Vorbereitungszeit.
Nach dem sich um Eigner Richard Gervé und Skipper Robby Nitsche eine Mannschaft zusammen gefunden hatte, ging es an die Vorbereitung – denn die 100 Jahre alte Sposa musste verpackt und via LKW und Fähre ins englische Cowes gebracht werden. Segel, Ersatzteile, Lebensmittel und noch mehr warme und wasserdichte Klamotten galt es zu verstauen. Aber dafür durfte das Team auch im berühmtesten und 1815 gegründeten Segelclub der „Royal Yacht Squadron“ in Cowes segeln. „Uns war nicht allen klar, was dort genau auf uns zukommt“, erinnert sich Resi Bach. Die Gewässer des Solent sind nicht nur ausgesprochen windreich, sondern haben auch eine sehr große Strömung.
Selbst als Mitglieder eines WM-Teams, durften die LSC-Segler und WM-Gewinner der First Rule die heiligen Hallen des Yachtclubs in Cowes nicht betreten. „Da werden für Veranstaltungen extra Zelte aufgebaut, in den Club selbst dürfen nur Mitglieder rein und die königliche Familie – da geht es noch very british zu“, schmunzelte Robby Nitsche. Gesegelt wurde natürlich auch, aber erst am zweiten Tag, nachdem der Wind sich etwas beruhigt hatte, lief es für die LSC-Mannschaft immer besser.
„Wir haben in unserer Klasse alle acht Wettfahrten gewonnen und wurden schließlich Weltmeister in der First Rule (Yachten mit Baujahr 1908-1919)“, erklärt Resi Bach stolz. Am Ende war dem jungen LSC-Team aber klar, auch wenn der Wind meistens zu sehr wehte, der Regen fast durchgängig war und die Temperaturen selbst für einen britischen Sommer sehr kalt waren: die Mühe und die viele Arbeit haben sich auf jeden Fall gelohnt.
Aber jetzt freuen sich alle Jugend-Mitglieder des LSC darauf, dass es bald wieder mit der Bayern auf den See hinausgeht.

Text
Susanne Hogl

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